
Ankündigungstext der veranstaltenden Buchhandlung:
Ein Podiumsgespräch im Rahmen der Herbstreihe der Neuköllner Buchläden
Ein Frieden in Palästina und Israel scheint greifbar. Will man mehr als ein Verstummen der Waffen, dann müssen die Hardliner auf beiden Seiten kalt gestellt und ein gegenseitiger Austausch mit dem Ziel der Versöhnung herbeigeführt werden.
Das Podiumsgespräch mit Dr. Ahmed Albaba und Shay Dashevsky greift diesen Gedanken auf. Frieden, Antisemitismus, Radikalisierung, kollektives Gedächtnis und Dialog sind die relevanten Schlagworte für das gemeinsame Gespräch. Die Podiumsgäste werden sich mit den Herausforderungen befassen, Vorurteile und historische Traumata zu überwinden, radikale Tendenzen in der Politik zu bekämpfen sowie Intoleranz, Hass und Antisemitismus entgegenzutreten.
Diese besondere Veranstaltung vereint Perspektiven von beiden Seiten eines langjährigen Konflikts, um einen bedeutsamen Austausch und gegenseitiges Verständnis zu fördern. Die Kulturwissenschaftlerin und Bildungskoordinatorin Hanan Liguori wird das Gespräch moderieren.
Dr. Ahmed Albaba wurde in den palästinensischen Gebieten von Judäa und Samaria geboren und wuchs dort auf. Als junger Palästinenser, der mit Hass gegen Juden indoktriniert wurde, nahm er an der ersten Intifada (1987–1993) teil und wurde mehrfach inhaftiert. Kurz vor dem Jahr 2000 zog er nach Deutschland, wo er begann, den Dialog mit Israelis zu fördern und Gewalt sowie Terrorismus zu verurteilen. 2021 promovierte er an der Universität Göttingen mit einer Dissertation über „Palästinensische Familien in Flüchtlingslagern im Westjordanland: Eine empirische Studie zu kollektivem Gedächtnis und den intergenerationalen Folgen von Flucht und Vertreibung.“ Seine Perspektive ist stark von seinen Erfahrungen während der ersten Intifada geprägt. Heute arbeitet er als freiberuflicher Forscher und Dozent, forscht in Israel und Palästina und betreut unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Er engagiert sich intensiv für Frieden und Dialog zwischen Israelis und Palästinensern.
Shay Dashevsky ist Friedensaktivist aus Israel und eine führende Stimme in Berlin gegen historischen und modernen Antisemitismus. Durch das Projekt „I Am From Israel – Ask Me Anything“ engagiert er sich an Universitäten und in öffentlichen Debatten, um Antisemitismus und Verschwörungstheorien herauszufordern und Verständnis sowie Dialog zu fördern. Gemeinsam mit anderen jüdischen und palästinensischen Stimmen tritt Shay in Podien und Debatten an die Öffentlichkeit heran, um Hass zu bekämpfen und gegenseitiges Mitgefühl aufzubauen.
Die auf deutsch gehaltene Veranstaltung findet am Samstag, den 29.11.25, in der Buchhandlung Leporello statt. Sie beginnt um 19 Uhr, der Eintritt ist frei. Anmeldungen werden unter 665 261 53 entgegengenommen.